Zivilschutz Aargau Ost absolviert Übung CONEX Protection 2026 in Fislisbach
Im Rahmen der schweizweiten Übung CONEX Protection2026 übernahm die Zivilschutzorganisation Aargau Ost die Betreuung von rund 20 simulierten Binnenflüchtenden von Aarau über Zofingen bis in die Zivilschutzanlage Leematten in Fislisbach. Was als Übung begann, wurde für einen Beteiligten zur persönlichen Reise in die Vergangenheit
Zivilschutz Aargau Ost im Einsatz: Check-In und Registrierung der simulierten Binnenflüchtenden in der Anlage Leematten, Fislisbach. Bild: Bevölkerungsschutz Aargau Ost
Übernahme, Registrierung, Unterkunft – alles nach Plan
Punkt 13:00 Uhr trafen die rund 20 Figurantinnen und Figuranten in der Zivilschutzanlage Leematten in Fislisbach ein. Zuvor hatte der Zivilschutz die simulierten Binnenflüchtenden im Zeughaus Aarau übernommen und sie via Erstaufnahmezentrum Zofingen in die unterirdische Anlage weitergeleitet. Genau so, wie es im Ernstfall ablaufen würde.
Nach der Ankunft folgte ohne Verzug die Registrierung. Anschliessend wurden die Beteiligten durch die Anlage geführt und über Schlafplätze, Sanitäranlagen sowie die geltende Hausordnung informiert. Die Reaktion der «Binnenflüchtenden» liess nicht lange auf sich warten: «Die Anlage ist wie ein Labyrinth», brachte es einer der Figuranten auf den Punkt. Für die Verpflegung und eine komfortable Übernachtung wurde gesorgt - trotz der sommerlichen Hitze draussen herrschte in der Anlage eine angenehme Kühle.
Ein Fislisbacher kehrt heim und wird zum Dorfbotschafter
Unter den Figurantinnen und Figuranten befand sich Beat Wettstein, selbst ein Fislisbacher. Der Pensionär betrat die Anlage nach über 20 Jahren zum ersten Mal wieder und war sichtlich bewegt. Kaum hatte er sich orientiert, ergriff er im Aufenthaltsraum spontan das Zepter.
Beat Wettstein, Bewohner Fislisbachs und Pensionär, steht den Figurantinnen und Figuranten Rede und Antwort über sein Dorf. Bild: Bevölkerungsschutz Aargau Ost
Was folgte war ein spontanes und herzliches Dorf-Briefing: Wettstein beantwortete Fragen zur hiesigen Industrie, dem Steuerfuss und den Freizeitangeboten in Fislisbach. Als jemand fragte, ob es eine Badi gebe, schmunzelte er und klärte auf: «Es gab mal eine Schwimmbadstrasse, doch die heisst heute Jurastrasse.» Die Gruppe lauschte mit sichtlichem Interesse.
Das Abendprogramm überraschte mit einem besonderen Highlight: Die Zivilschutzanlage Leematten verwandelte sich kurzerhand in ein exklusives Public-Viewing-Lokal. Übertragen wurde die Fussball-Weltmeisterschaft. Ein unvergesslicher Abend für alle Beteiligten und ein gelungener Ausgleich nach einem intensiven Übungstag.
Optimierung im Fokus: Prozesse, Material, Beschriftungen
Hinter der Übung steht ein klares Ziel: Der Bevölkerungsschutz Aargau Ost will ihre Abläufe für den Ernstfall gezielt optimieren. Im Fokus standen konkrete Bereiche wie Materialbewirtschaftung, Beschriftungen und interne Prozesse. Dies sind alles Stellschrauben, die im Ernstfall den Unterschied machen.
«Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir einsatzbereit sind und haben erkannt, an welchen Abläufen wir noch feilen müssen. Das ist genau der Sinn einer Übung.» Sascha Müller, Chef Betreuung Bevölkerungsschutz Aargau Ost
Am nächsten Tag, nach gemeinsamem Frühstück und Mittagessen und der Feedbackrunde durften die Figurantinnen und Figuranten die Anlage wieder verlassen. Eine runde Sache für alle Beteiligten.
CONEX 2026 - die Übung geht weiter
Die Übung in Fislisbach war nur ein Baustein von CONEX 2026, einer landesweiten Koordinationsübung der Armee. Ziel ist die Überprüfung und Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Bevölkerungsschutz, Militär und weiteren Partnerorganisationen. Auch andernorts in der Region steht der Zivilschutz im Einsatz. Die CONEX-Übungen laufen weiter und der Bevölkerungsschutz Aargau Ost ist dabei.